D-ELAN e.V. LERNET Fallbeispiel
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[Bearbeiten] Unternehmen
Name: D-ELAN e.V. Deutschsprachiges Netzwerk der E-Learning Akteure ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein
Branche: Bildungssektor, insbesondere E-Learning
Website: D-ELAN
Wikipedia: kein Eintrag vorhanden
Ansprechpartner: Axel Wolpert
[Bearbeiten] Ausgangssituation
D-ELAN will exemplarisch zeigen, welche Einsatzmöglichkeiten E-Learning für Lern- und Wissensprozesse in kleinen Unternehmen und des Mittelstandes hat. Dazu wurde mit Förderung des BMWi ein Projekt aufgesetzt, das die Lösungen aus dem Forschungsprogramm LERNET verbreiten und potenziellen Zielgruppen zugänglich machen soll. Diese Verbreitung erfolgt sowohl online über soziale Medien als auch über eine Roadshow im Rahmen des Netzwerkes Elektronischer Geschäftsverkehr NEG.
Das regional verteilte Projektteam aus Mitarbeitern von D-ELAN, dem MMB und der centrestage GmbH sollte mit wenigen Projektmeetings auskommen und die Zusammenarbeit sollte aber trotzdem möglichst effizient und effektiv sein, erarbeitetes Wissen sollte schnellstmöglich allen zur Verfügung stehen und es sollten alle relevanten Partner in Kommunikation und Dialog einbezogen werden.
Die Situation war besonders geprägt durch 3 freie Mitarbeiter, die eine hohe Flexibilität erwarten, da sie auf Honorarbasis abrechnen. Arbeits- und Kommunikationsprozesse mussten daher sehr gut abgestimmt koordiniert und entsprechend unterstützt werden können.
Parameter
- 3 Unternehmen und 3 freie Mitarbeiter arbeiten an 5 verschiedenen regionalen Standorten zusammen
- Unterstützung von Projektmanagement, Veranstaltungsorganisation
- Vernetzungsgrad per E-Mail
- Technikaffinität der Beteiligten bei 50% der Beteiligten hoch, 50% gering bis mittel
- Kollaboration in Lern- und Wissenprozessen wird als wichtig eingeschätzt
- Hohe Wertschätzung von Innovationen
- Bildungsstruktur: akademische Bildung bei allen Beteiligten
- Altersstruktur zwischen 25 und 55
Zur Realisierung der Lern- und Wissensprozesse im Rahmen der Projektaufgaben nutzt D-ELAN Web 2.0 Technologien.
[Bearbeiten] Motiv
Die Entscheidung für die Nutzung von Web 2.0 Technologien kam aus dem Projektkontext. Gegenstand des Projektauftrages waren die Realisierung eines Blogs für die virale Kommunikation von LERNET Lösungen und die Durchführung einer LERNET Roadshow Deutschlandweit, deren Inhalte über soziale Medien publiziert werden. Da lag es auf der Hand, auch zu Demonstrationszwecken, für die Projektdurchführung ebenfalls Web 2.0 Technologien zu nutzen.
Es gab aber ein weiteres wichtiges Motiv. Der Einsatz von E-Mail zur Kommunikation oder Office Programmen zur Kooperation reichten nicht aus, um ein zwar kleines, aber in der Arbeitsstruktur komplexes Vorhaben durchzuführen. Wir brauchten Tools, die so einfach sind wie E-Mail, sich aber besser strukturieren lassen und alle Inhalte für jede verantwortliche Person zugänglich waren, auch realtime.
Entscheidungsparameter
- Web 2.0 Erfahrungen sammeln und den Nutzen demonstrieren
- Kostengründe: Einsparung von Reisekosten
- Unterstützung der regional verteilten Projekt- und Kommunikationsstruktur
- Effizientes Zeitmanagement: unterstützt wird ein sehr flexibles Arbeiten, das vor allem auch von freien Mitarbeitern gewünscht wird
[Bearbeiten] Anwendungsfeld
Web 2.0 wird eingesetzt für das Wissensmanagement in der Projektarbeit und Teamkollaboration, im Projektmanagement und der Projektkommunikation sowie für das Projektmonitoring.
[Bearbeiten] Einführungsstrategie
Maßnahmen, die zur Einführung/Implementierung getroffen wurden:
- Verantwortlichkeiten festlegen
- Reduzierter Funktionsumfang für den Anfang, nach Nutzungszeit wurden nach und nach weitere Funktionen implementiert. Oft kam die Anforderung bzw. Anfrage nach einer weiteren Funktion auch von den Nutzern selbst.
- Kurze Schulung zur Nutzung am konkreten Beispiel
- Learning by Doing
- Nutzungs-Richtlinien
[Bearbeiten] Lösungsszenario
In den dargestellten Anwendungsbereichen wurden für Wissensmanagement und Kommunikation im Projekt folgende Tools eingesetzt.
Eingesetzte Tools und Medien
Tools für eine geschlossene Nutzergruppe:
Öffentliche Tools:
- Twitter: Twitter
- Delicious: Lesezeichen von Lernet
- Flickr: Fotos von Lernet
- Slideshare: Vorträge der Lernet-Roadshow
Anbieterinfos
centrestage GmbH, Anbieter für Enterprise 2.0 übernahm in diesem Vorhaben die Beratung, die Konzeption und die Realisierung der Web 2.0 Lösungen
[Bearbeiten] Ansichtsbeispiele
[Bearbeiten] 1. Beispiel: Posts im Projektmicroblog
Im folgenden Screenshot sieht man einen Ausschnitt aus dem Projektmicroblog. Es handelt sich hier um zwei Einträge (Posts). Der erste Eintrag von Tim ist ein Texteintrag mit den Schlagworten: Issue, Slideshare, Testblog. Im zweiten Eintrag von Mike wurde ein Video einbettet und mit Projektblog verschlagwortet. Die Beiträge werden automatisch den vergebenen Schlagworten hinzugefügt.
[Bearbeiten] 2. Beispiel: Post erstellen
Im folgenden Screenshot sieht man, wie ein Beitrag entsteht und verschlagwortet wird.
[Bearbeiten] 3. Beispiel: Schlagworte und Aktivitätenliste
Alle Schlagworte (auch Tags (Etiketten) genannt) werden rechts in der Seitenleiste unter Aktivitäten angezeigt. Dies zeigt der nächste Screenshot. Alle Tags können einzeln als RSS-Feed abonniert werden.
Beispiel: Sie abonnieren sich den RSS-Feed von Admin in Ihr Outlook oder in ein anderes RSS-fähiges E-Mail System oder in einen RSS-Reader. Sobald ein neuer Eintrag mit Admin verschlagwortet wird, erhalten Sie diesen automatisch als E-Mail in Ihrem Postkorb. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden auch ohne in den Projektblog reinzuschauen.
[Bearbeiten] 4. Beispiel: Kommentare
Im folgenden Screenshot sieht man Kommentare zu einem Eintrag (Post) bzw. zu einem Kommentar. Visuell durch Einrücken sieht man sofort, wo ein Kommentar zugeordnet wird.
[Bearbeiten] Technologienutzung
Es geht um die faktische Nutzung der oben dargestellten Tools und Medien und deren konkrete Verwendung.
Nutzung des Microblog
durch einen Autor:
- Festhalten von Konversationen, die informell zwischen Tür und Angel oder am Mittagstisch stattfanden:
- aktuelle Meldungen, Nachrichten
- Sofort und zu jedem Zeitpunkt wissen, wie der Status im Projekt ist
- Kritik, Meinungen und Kommentare
- Was ist wichtig? Jeder kann aus seiner Sicht darstellen, was Projekt-relevant ist.
durch einen Nutzer:
- Abonnieren von Feeds:
- Der Nutzer wird auf dem Laufenden gehalten, indem er die Beiträge per RSS abonnieren oder einzelne Tags verfolgen kann.
- Komplette Information auf einen Blick: Inhalte aus anderen Systemen werden automatisch mit eingepflegt, z.B. aus Twitter, Blogs, Bookmarking, Wiki oder formalen Projektsystemen wie Bugtracking (Mantis), Change Management u.ä.
- Auffinden von "alten" Inhalten:
- Über Suchmaschine
- über Kalender und Autoren
- über Tags, Tagcloud, Kategorien
- Hinweise zur Relevanz der Inhalte:
- die Anzahl der Microinhalte zu einem Stichwort liefert eine Aussage zur Relevanz dieser Inhalte
- Inhalte, die in mehreren Anwendungen und Prozess-übergreifend dieselben Stichworte haben, müssen anders/höher bewertet werden als Einzelinhalte.
- ein Projekt kann über Auswertungen zur Inhaltenutzung sowie zu Suchbegriffen inhaltlich analysiert und bewertet werden
- Strukturierung der Inhalte:
- während die Stichworte Bottom-Up durch einen Autor selbst festgelegt werden, werden die Kategorien Top-Down durch den Projektleiter festgelegt und entsprechen damit der offiziellen Projekttaxonomie. Interessant wird auch hier ein Auswertung der Stichworte, die die Anwender selbst zu einer Kategorie hinzugefügt haben. Hier muss oftmals "aufgeräumt" werden bzw. Kategorien und Tags gelöscht, erneuert oder upgedatet werden.
- Der Projektleiter in seiner Aufgabe als Tagmanager kann Tags verändern, löschen, anpassen. Er bewertet die Inhalte nach ihrer Projekt-übergreifenden Relevanz im Sinne der im Unternehmen festgelegten Taxonomie.
Nutzung von Google Text und Tabellen:
Die Kollaboration im Projekteam findet mit Google Text und Tabellen statt. Wir führen damit regelmäßige Projektmeetings oder auch Adhoc Meetings und Abstimmungsprozesse zwischen verteilten Standorten durch für:
- gemeinsames Erstellen und Bearbeiten von Text, Vorträgen (Folien), Tabellen in Realtime
- gemeinsames Protokollieren einer Telko auf Basis einer kollaborativen Agenda
- gemeinsame Diskussion, Bewertung und Abstimmung einer Vorlage (Logo, Designentwurf, Vortrag etc.)
Nutzung des Google Reader:
Es gibt inzwischen viele Anwender, Journalisten, Blogger u.a. im Web, die Inhalte erzeugen, über uns schreiben oder Themen diskutieren, die uns auch interessieren. Diese Nutzer-generierten Inhalte, unabhängig ob intern aus dem Projektteam oder extern aus dem Netzwerk wollen wir regelmäßig scannen, bewerten, auswerten, nach Schwerpunktthemen, nach Trends, nach Ideen, nach Beschwerden. Wir wollen wissen, was wird zum Thema Lernet oder zum D-ELAN im Internet diskutiert, geschrieben. Für dieses Projektmonitoring nutzen wir den Google Reader. Dieser umfasst:
- Auswahl geeigneter Suchmaschinen, Blogs und social Sites, die regelmäßig gescannt werden sollen
- Entwicklung von Suchbegriffen in Form von Suchstrings und OPML files (für Suchmaschinen, Suche in Blogs, Social Sites, Websites mit RSS).
- Suchstrings werden als RSS in den Reader übernommen
- Sobald ein Inhalt mit den Suchbegriffen eingestellt wird, bekommen wir das Suchergebnis in den Reader.
- Manuell werden die Ergebnisse gecheckt und dann bereitgestellt.
Nutzung von Mantis für:
- Releaseplanung
- Bugtracking
- Eingabe von Featurewünschen der Anwender
Twitter haben wir kennengelernt als ein gutes Beispiel, wie viele Menschen mit Vielen kommunizieren können und trotzdem noch den Überblick behalten können. Inzwischen für uns ein beliebtes Tool:
- für das Liveblogging von unseren Roadshows
- für News von Veranstaltungen, Events, von Orten, an denen etwas geschieht
- um Gedanken loszuwerden.
- für kurze Statements
- um Ideen zu verbreiten
- um Feedback, Meinungen, Input einzuholen
- um Erfahrungen von anderen zu erhalten
Nutzung von Delicious Lesezeichen von Lernet:
Als kollektives System nutzen wir das social Bookmarking Tool delicious:
- eigene Lesezeichen dokumentieren, beschreiben, verschlagworten, strukturieren und mit anderen teilen
- Expertennetzwerk gleich Gesinnter und an ähnlichen Themen Interessierter aufbauen
- Das Netzwerk teilt diese Inhalte und sorgt für eine weitere Verbreitung (Multiplikator-Effekt)
- Jeder Nutzer profitiert von der Folksonomy und den aggregierten Darstellungen der Inhalte wie Tagcloud, most recent/popular (kollektive Effekte)
Nutzung von Flickr Fotos von Lernet:
- zur Dokumentation der Fotos aus den Roadshows
- als Fotogallerie für die Teilnehmer und Referenten aus der Lernet-Roadshow, zur Weiterverwendung, auch als Referenz
Nutzung von Slideshare Vorträge der Lernet-Roadshow:
- zur Dokumentation/Ablage/öffentliche Bereitstellung der Vorträge aus den Roadshows
- Vorträge können von anderen Interessenten als Downloads weiter verwendet werden und in eigene Websites oder Blogs eingebettet werden
- als Indikator für Anzahl an Nutzern (Webanalyse)
[Bearbeiten] Ergebnisse und Erfahrungen
Wir haben folgende Effekte feststellen können:
... bei der Gestaltung von Konversationen:
- Keine an alle-Mails mehr
- Schnell, einfach (gelber Zettel-Effekt)
- Immer aktuell
- Vollständig bis weitgehende Projekttransparenz
... im Umgang mit Inhalten aus dem Internet:
Wir wissen immer sofort, was über uns im Internet steht und können darauf reagieren. Wir kennen unsere Reputation und die Web-Loyalität zu unseren Produkten. Manchmal entsteht auch ein "Serendipity"-Effekt, d.h. auf der Suche finden wir zwar nicht das Gesuchte aber etwas überraschend Neues und Spannendes. Wichtige Erfindungen sind durch serendipity entstanden: Entdeckung von Amerika, Röntgenstrahlen, Penicillin, Sekundenkleber.
... in der Kollaboration:
- Planungsprozess von Meetings verkürzen sich, werden gleichzeitig kurzfristiger, d.h. man kann noch Minuten vor Beginn Inhalte einbringen (nicht geeignet für Deadline-Agendas)
- Kurzfristige Meetings können jederzeit einberufen und unterstützt werden, in Projekten keine Seltenheit
- Fast keine Nachbereitung: Protokoll entsteht schon während des Meetings
... von kollektiven Systemen:
- Man erkennt Wissens- und Themenschwerpunkte und Trends.
- Man findet kleinste Inhalte, sogenannten Microcontent z.B. einen einzelnen Blogpost.
- Man kann gezielt sein eigenes Expertennetzwerk aufbauen, das als kollektiven Filter für gute Inhalte wirkt und Ansprechpartner für Themen identifiziert.
- Beispiel: eine Googlesuche ergibt 1 Mio Treffer. Wie kann ich beurteilen welche Ergebnisse wichtig sind. Die gleiche Suche auf delicious ergibt 10 Ergebnisse. Da diese aus meinem Netzwerk kommen, weiß ich, dass sie relevant sind. Die Experten wirken als kollektive Filter für Relevanz.
Erfolgsparameter
- Zielerreichung erfüllt
- Erwartungen erfüllt
- Validierung/Evaluation: die Effekte waren überwiegend positiv; die Usability der Tools ist sehr gut und vielfach intuitiv anwendbar; die Schulung wird dadurch einfach und motivierend; schnelle Erfolge schaffen Motivation; die Anforderungen an/Wünsche nach neuen Funktionen steigen schnell
- Qualitative und quantitative Effekte (gefühlt, messbar): es wurden quantitative Effekte gemessen
- Hürden, Hindernisse, Rückschläge, Barrieren: da die Tools breitere Nutzungsmöglichkeiten bieten als im Projektfall eingesetzt, sind die Nutzer kurzfristig auch manchmal überfordert; die Tools können nach einer gewissen Nutzungszeit auch selbständig erschlossen werden.
[Bearbeiten] Hintergrundmaterial
Der folgende Vortrag wurde auf der Lernet Roadshow bei der IHK in Stuttgart am 11.07.2009 gehalten von Martina Göhring, centrestage




